Eine historische Anmerkung
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Riesenfrisuren sind natürlich nicht nur auf die Damenwelt beschränkt. In der Zeit um 1770 herum trugen Engländer die Haare so hoch aufgetürmt, daß sie schon unangenehm auffielen. Man nannte sie »Macaronis« (nach ihrem italienischen Lieblingsgericht), und sie trugen »furios gepuderte« Perücken, die hoch über ihren Häuptern anfragten. Um die Größe dieser Perücken noch zu betonen, balancierten die Macaronis noch winzige Hütchen auf diesen Türmen. Auch in den Jahren um 1780 ragten die Frisuren hoch in den Himmel und waren mit einem ganzen Sortiment von Gegenständen dekoriert: mit Federn, Blumen, Obst, Bändern, Spitze und geblasenem Glas, manchmal mit allem zugleich. Frauen trugen Miniaturgärten oder Modelle von Seeschlachten auf dem Kopf spazieren
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Die Frisuren nahmen damals solche Dimensionen an, daß wahrhaft fürsorgliche Gastgeber ihre Eingangstüren umbauen ließen, damit ihre Gäste die Räume betreten konnten, ohne die Kulissenaufbauten auf ihren Häuptern zu zerstören. Es scheint uns unwahrscheinlich, daß die Frauen, die diese Ungetüme von Frisuren auf dem Kopf spazierentrugen, das nur um ihrer selbst willen taten. Höchstwahrscheinlich betrieben sie das, was der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Thorstein Veblen »stellvertretenden Konsum« genannt hat: Sie demonstrierten nicht nur ihren eigenen Status und Wohlstand, sondern auch den ihres Gatten.
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Es folgt die Beschreibung der Frisur einer Engländerin um 1794: „Ein Chiffonet aus italienischer Gaze, das Bandeau aus drei Reihen weißer Perlen zusammengesetzt, und zwei Reihen der nämlichen Perlen um das Chiffonet gewunden. Drei einfache weiße Federn und zwei mit Violett geränderte Federn in den Kopfputz gesteckt. Glockenförmige Gebinde aus Gaze, hier und da mit Perlen festgesteckt. Das Haar ganz leicht gekräuselt und in eine Vielzahl von Locken und Kringeln geworfen und mit Chiffonet durchwirkt."
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Männer und Frauen trugen Frisuren, die an Kompliziertheit dem Planetensystem in nichts nachstanden.
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Aus „Big Hair „ von Grant Mc Cracken
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